Wandelbar

Wiener Wiedersehen: keine halben Sachen

Wiener Wiedersehen: keine halbe Sache

Meistens höre ich, dass sich nichts getan habe in der Heimat seit ich aufgebrochen bin. Aber stimmt das? Kann es sein, dass sich so wirklich gar nichts tut in Europa, während der Rest der Welt im steten Wandel lebt? Nun, das dürfte ganz im Auge des Betrachters liegen. Katrin und Rober sah ich vor meiner Reise das letzte Mal in St. Nikolai im Sausal, nach meiner Rückkehr waren sie die ersten vertrauten Gesichter, die mich am alten Kontinent empfingen. Vetter und Base, in Dortmund, sind gerade am siedeln und noch jemand hat eine große Änderung hinter sich: Diana, aus Bogota. Mit ihr übte ich in Kolumbien Deutsch, ehe sie als Au-pair zuerst nach Düsseldorf ging und mittlerweile in Köln lebt. Weiterlesen

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Es wird Zeit

Der Lump

Der Lump

Noch bin ich in Dortmund, aber trotzdem denke ich immer öfter an meine Rückkehr nach Graz. Wieso? Nun, die Gründe sind vor allem pragmatischer Natur. Mein Reisepass läuft ab, meine Kreditkarte läuft ab, meine Hosen, Socken und Shirts sind löchrig und mein Rucksack löst sich auch schon auf. Wenn das so weitergeht, dann würde ich bald nackt in der Gegend stehen, darauf habe ich bei der herannahenden kalten Jahreszeit auch keine Lust. Das lässt mich darüber nachdenken, was ich als Weltreisender tatsächlich brauche. Nun, es gibt tatsächlich zwei Dinge, die ich auf meiner Weltumrundung mehr oder weniger oft vermisst habe wenn ich an Österreich dachte: Schwarzbrot und Alpenwasser. Brot und Wasser. Das sind wirklich keine Ansprüche die schwer zu erfüllen sind. Unter gewissen Umständen bekommt man eine Unterbringung bei Wasser und Brot sogar umsonst. Meine Zukunft scheint gesichert zu sein, so oder so. Das T-Shirt auf dem Foto hat übrigens gezählte 78(!) Löcher. Ich sollte heim. Zeit wirds.

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Eich das Hörnchen #001 – #028

Eich das Hörnchen geht auf Weltreise

Ein kleiner Nager zieht um die Welt und das sind seine Geschichten. Ein gutes Leben führte Eich, das Hörnchen, im Stadtpark von Graz. Aber dann, eines Tages, da packte ihn die Wanderlust und so machte sich Eich auf die Pfoten, um all die interessanten Orte zu besuchen, von denen die Zugvögel, die manchmal im Park rasteten, immer erzählt haben. Mit großer Neugierde, Charm und einem offenen Herzen trotzt er Gefahren, besteht große Abenteuer und schließt Freundschaften mit Mensch und Tier, doch eine Sache, die ist wirklich immer in Gefahr, darauf scheint es die halbe Welt abgesehen zu haben: Eichs Nuss! Wird der sympathische Nager seine Nuss auf der Reise um die Welt beschützen und als Notreserve wieder mit in seine Heimat bringen können?

Seine Reise begann in den verschneiten Alpen. Seine erste Zwischenstation erreichte Eich in einer Stadt namens Dortmund. Dort beginnt auch Eichs Geschichte über seine Abenteuer…

 

 

 

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Ist Oesterreich zu klein?

Klavierspielen in der Fuzo - warum denn nicht?

Vergleiche nötigen einen ja meist gleich zu pauschalen Urteilen, aber irgendwie muss man ja einmal beginnen sich eine Meinung zu bilden. Zumindest ich muss das. Und so unfertig, einseitig und infantil diese Meinung auch sein mag, es folgt ein oberflächlicher Vergleich zwischen Österreich und Deutschland: Hier in Deutschland erscheint mir alles groesser, weiter, selbstständiger. Das liegt nolens volens an der Grösse des Landes. Ich will jetzt nicht behaupten, dass das kleine Österreich ein homogenes Land sei. Allein in Tirol beispielsweise pflegt man zu sagen „Wien ist weit und sein Ruf nicht laut“, oder welcher Steirer vermag schon Ladeshauptleute und deren Stellvertreter aus vielleicht Vorarlberg, Tirol, Burgenland, Salzburg oder auch nur Kärnten zu nennen? Um wie viel entfernter muessen erst hier, in Deutschland, die Regierungen anderer Bundesländer erscheinen? Und genau das sticht mir ins Auge: Die Entfernung zwischen dem Volk und der Politik. In Berlin wird wird zwar Weltpolitik gemacht, doch wie nimmt das Volk das wahr? Weiterlesen

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The map is not the territory

In den Alpen

Der erste Tag sollte ganz alleine mir gehören. Keine Notizen, keine Gespräche, einfach nur gehen. Um 14:45 erreichte ich mit dem Zug St. Michael in der Obersteiermark. Sollte ich in einem Gasthaus absteigen, die „Lage noch einmal peilen“ und erst am nächsten Tag los marschieren? Nein, einfach drauf los zu gehen schien mir am sinnvollsten zu sein, wozu auch warten? Trotz mehr als 20 kg Gepäck ging es zu Beginn halbwegs zügig dahin, in Kammern brach dann die Dunkelheit herein. In einem kleinen Wald abseits der Straße baute ich mein Zelt auf. Obwohl die Sonne bereits komplett verschwunden war und der Mond als Sichel nur ein sehr schwaches Licht warf, wurde ich nur schwer schläfrig. Es passierte, was ich schon den ganzen Tag über befürchtet hatte. Hier, mitten im Wald, ohne Elektrizität und Ansprache, drehte sich die Welle der Reize um. Kein Radio, kein TV, kein Computerspiel, kein Handy, keine Reklame… Nichts drang mehr in meinen Kopf hinein. Der Wind pfiff beruhigend über die Zeltplane, das Laub raschelte aufgeregt am Waldboden, später gesellten sich noch trommelnde Wassertropfen und klatschender Schneematsch dazu. Eigentlich eine herrliche Kulisse um schlagartig in den Schlaf zu fallen. Aber das Zivilisationsgift musste jetzt raus aus meinem Kopf. Weiterlesen

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