Epilog

946 Tage später: Mission geglückt

946 Tage später: Mission geglückt

Europa fühlt sich für mich extrem hoch getaktet an, mit wenig bis keinem Spielraum für…ja für was eigentlich? Für das Leben, das Innehalten, das bloß Sein, das sich und andere Kennenlernen, für all die vielen Farben und Nuancen zwischen Schwarz und Weiß. Europa fühlt sich für mich an, als ob immer alles passen muss, definiert, erklärt und benannt sein muss. Ich sehe keinen Platz für Unschärfe. Das finde ich schade, weil man dadurch vom Wunder Leben, mit all seinen Widersprüchen und Unvereinbarkeiten, vieles versäumt. Ich versuche mir ein wenig dieser bunten Welt, die ich so oft vorfand, zu erhalten, aber ob mir das auf Dauer in diesem Umfeld gelingen wird? Man wird sehen… Weiterlesen

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Die Dinge ändern sich (Die Antwort)

Argentinische Pampa

Argentinische Pampa

Wie sich die Dinge ändern, hier in Argentinien. Das beginnt schon bei ganz bedeutungslosen Ereignissen wie den Assoziationen mit Österreich. Meine bisherige Hitliste auf die Aussage „Ich bin aus Österreich“ ergab außerhalb Europas folgendes Bild: Die absolute Nummer eins, unangefochten und immer wieder beliebt: „Australia?“ (mit meiner Lieblingsabwandlung: „Nope, no kangaroos in Austria“, gefolgt von aufgerissenen Augen: „What? No kangaroos in Australia?“), dicht gefolgt von einem der eigentlich gar kein Ösi ist, Beethoven, und seinem Kollegen Mozart, sind sich die Leute bei der Nummer vier der Hitliste, Hitler, gar nicht sicher ob der nicht eigentlich Deutscher war (ja, es geht das Gerücht um Österreichs bedeutendste historische Errungenschaft sei es gewesen die Welt glauben zu lassen Hitler sei Deutscher und Beethoven Österreicher, ich kann diesen Eindruck nach einer Nachschau auf drei Kontinenten bestätigen). Weiterlesen

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Prolog

Ende vorm Anfang

Und täglich grüßt das Murmeltier

Es war irgendwann im Jahr 2011. Die Beziehung mit meiner Freundin war vorbei und ich tat, was alle verantwortungsvollen, gebildeten, jungen Männer in so einer Situation tun: Ich habe mich eine Woche lang betrunken und mit dem Schicksal gehadert. Nachdem ich sieben Tage lang meine Reaktionsfähigkeit im Ganzen eingebüßt hatte, wurde es Zeit für einen Neuanfang. „Wo stehe ich?“. Ich rekapitulierte: Bald 30, abgeschlossenes Studium, kleine Mietwohnung, kein Auto, keine Schulden, aber auch keine Ersparnisse, keine Freundin, keine Kinder – so weit man das eben wissen kann. Einen Job hatte ich auch, ich war Pressesprecher des „Wirtschaftsbund Steiermark“, eine Tätigkeit, zu der ich oft gefragt wurde, wie ich dazu kam. Ich habe keine genaue Erklärung dafür, vermutlich ist es einfach passiert, wie so vieles in meinem Leben einfach passiert ist; Planung war und ist zwecklos. Immerhin hatte ich ein eigenes Büro und auf mein Name stand auf der Tür – eigentlich nicht schlecht, doch irgendetwas fehlte mir. Weiterlesen

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