Eich das Hörnchen #055

Eich und Eichel

Eich und Eichel

#055: Als sich Eich endlich aus der Zigarrenbox befreien konnte, da stellte er fest, dass er mit einem Flugzeug über Russland bis nach Deutschland transportiert wurde. Über diesen plötzlichen Wechsel noch verwundert stolperte das Hörnchen aber schon über einen wahren Schatz: eine riesige Eichel. „Hier gefällt es mir, hier will ich bleiben!“ rief der Nager entzückt. Doch schon bald darauf sah Eich eine riesige silberne Nuss auf einem Pfahl der bis in den Himmel ragte. „Das ist ja gar nicht gut“ grummelte der Nager, „das lockt doch nur Nussdiebe an. Hier kann ich wohl doch nicht bleiben.“ Schweren Herzens trennte sich Eich von der Eichel und machte sich auf den Weg Richtung Süden…

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Kalter Krieg im heißen Kuba

IMG_4130_v1Am Anfang lief alles glatt. Das tut es immer bei diesen Geschichten die dann eine scharfe Wende nehmen. Meine Reise nach Kuba führte mich zuerst in die kubanische Botschaft in Buenos Aires. Keine Sicherheitsschleuse, keine Waffen, einfach rein, Visum beantragt und fünf Minuten später wieder raus marschiert. Das war einfach. Als nächstes ging es von Montevideo aus über Lima, Bogota und zwei verschiedene Tage nach Havanna. Eigentlich schon eine prädestinierte Sache um etwas schief gehen zu lassen. Aber alles war bestens. Ich habe keinen Flug verpasst, musste nie zum Boarding hetzen oder mich mit einem verlorenen Gepäck ärgern – letzteres schaffte es zu meiner Überraschung pünktlich, unbeschadet und ohne mich den ganzen Weg bis nach Kuba. Weiterlesen

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Eich das Hörnchen #001 – #028

Eich das Hörnchen geht auf Weltreise

Ein kleiner Nager zieht um die Welt und das sind seine Geschichten. Ein gutes Leben führte Eich, das Hörnchen, im Stadtpark von Graz. Aber dann, eines Tages, da packte ihn die Wanderlust und so machte sich Eich auf die Pfoten, um all die interessanten Orte zu besuchen, von denen die Zugvögel, die manchmal im Park rasteten, immer erzählt haben. Mit großer Neugierde, Charm und einem offenen Herzen trotzt er Gefahren, besteht große Abenteuer und schließt Freundschaften mit Mensch und Tier, doch eine Sache, die ist wirklich immer in Gefahr, darauf scheint es die halbe Welt abgesehen zu haben: Eichs Nuss! Wird der sympathische Nager seine Nuss auf der Reise um die Welt beschützen und als Notreserve wieder mit in seine Heimat bringen können?

Seine Reise begann in den verschneiten Alpen. Seine erste Zwischenstation erreichte Eich in einer Stadt namens Dortmund. Dort beginnt auch Eichs Geschichte über seine Abenteuer…

 

 

 

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Neuntausenzweihundertachtundachtzig Kilometer

Stalinturm No. 7, Moskauer Universität

So wurde es doch noch ein versöhnliches Ende. Zuerst fühlte ich mich in Moskau so gar nicht wohl, konnte die Weiterreise kaum erwarten. Mittlerweile bedaure ich es zutiefst, dass mein Zug in wenigen Stunden anrollt. Was war in der Zwischenzeit geschehen? Zu Beginn fand ich Moskau in einem ungastlichen Zustand vor. Aufgrund der Feiertage wimmelte es vor Polizei, Militär und Sonderkommandos. Binnen Minuten zog es mich tief in ein Gefühl repressiver Benommenheit. Zu dieser Einschränkung trat eine zweite, massive und massiv neue Erfahrung hinzu. Quasi niemand spricht auch nur ein Wort Englisch. Zum ersten Mal auf meiner Reise erlitt ich etwas, was man landläufig als Kulturschock angibt, nur war mir das die ersten Tage nicht bewusst. Ich hätte nie gedacht, dass mich das Gefühl deplatziert zu sein in Europa treffen würde. Weiterlesen

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Klischee oder nicht Klischee, das ist hier die Frage

Präsenz

Die Russen haben wieder eine Mauer hochgezogen. Ich habe sie heute selbst gesehen. Nicht wie unlängst um ihre Unionsstaaten, sondern nur noch eine um ihr Kernland. Die Mauer ist im Schnitt zwischen 1,60 und 1,70 Meter hoch, am oberen Ende meist geformt wie Angela Merkels Bubikopf aus politischen Anfangstagen, in der Mitte je nach Dienstjahren bereift und berockt oder noch drahtig mit Hüfthosen und Highheels und ist hauptsächlich weiblich (es heißt ja auch „die“ Mauer). Und wenngleich diese Mauer sich nur um Russland legt, beginnt sie paradoxerweise doch viele hunderte Kilometer davor, im russischen Konsulat in Riga. Ich bin ja nicht gerade ein Experte für Reisen ins nichteuropäische Ausland, aber ich schätze mal, dass ich mit der Theorie so falsch nicht liege, dass es vermehrt Nichtrussen sein werden, die ein russisches Visum beantragen müssen. Netterweise ist das gesamte Konsulat vom Türschild weg ausschließlich in kyrillisch ausgeschildert. Inklusive dem Antragsformular. Ob sie eines auf englisch für mich hätten? Ja ist da keines mehr? Das lange Suchen beginnt und ich befürchtete schon, dass erst in fünf Jahren wieder die nächsten gedruckt werden. Weiterlesen

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Kostenpunkt

Kurzer Überblick: Bisher bin ich etwa 10 1/2 Wochen unterwegs, habe mich per pedes, Autostopp, Bus, Zug und Fähre ca. 4.600 Kilometer durch Europa bewegt und will jetzt wissen, was der Spaß bisher so gekostet hat. Es ist Zeit für einen ersten Kassasturz. Und siehe da, rein für Unterbringung und Transport (öffentlicher Nahverkehr in den Städten ausgenommen) musste ich bisher 820 Euro abtreten. Inklusive dem nächsten Teilstück (über 160 Stunden nonstop im Zug nach Vladivostok), stehe ich bei knapp 14.000 Kilometern in 11 1/2 Wochen und Ausgaben von etwa 990 Euro. Gefällt mir. Gut, was ich für Amüsement, Rausch- und Katerpflege ausgegeben habe, das lassen wir jetzt dem Seelenfrieden meiner geschundenen Geldbörse wegen lieber ungenannt, aber der Mensch lebt ja nicht vom Brot allein und mein Pläsier gibt es nicht umsonst.

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