Bhavatu Sabba Mangalam

Einsatz in der Großküche

Einsatz in der Großküche

Eigentlich habe ich gedacht, dass mit meiner Ankunft in Graz der letzte Eintrag hier auf den |Randfragen geschrieben sei. Aber ich hätte es besser wissen müssen. Wann ist denn die eine Reise, die des Lebens, schon wirklich vorbei? So ergibt eine Sache die nächste und ich bin schon wieder unterwegs, diesmal weniger mit Rucksack und auf der blauen Murmel, als mehr mit meinem neuen, froschgrünen Sitzkissen und bei der Erforschung meiner inneren Pfade… Weiterlesen

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Epilog

946 Tage später: Mission geglückt

946 Tage später: Mission geglückt

Europa fühlt sich für mich extrem hoch getaktet an, mit wenig bis keinem Spielraum für…ja für was eigentlich? Für das Leben, das Innehalten, das bloß Sein, das sich und andere Kennenlernen, für all die vielen Farben und Nuancen zwischen Schwarz und Weiß. Europa fühlt sich für mich an, als ob immer alles passen muss, definiert, erklärt und benannt sein muss. Ich sehe keinen Platz für Unschärfe. Das finde ich schade, weil man dadurch vom Wunder Leben, mit all seinen Widersprüchen und Unvereinbarkeiten, vieles versäumt. Ich versuche mir ein wenig dieser bunten Welt, die ich so oft vorfand, zu erhalten, aber ob mir das auf Dauer in diesem Umfeld gelingen wird? Man wird sehen… Weiterlesen

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Eich das Hörnchen #056

Eich lässt sich seine Nuss schmecken

Eich lässt sich seine Nuss schmecken

#056: Eich wanderte über die herbstlichen Alpen und kam in einer kleinen und freundlichen Stadt an. Weil er müde war, setzte sich der Nager an einen Brunnen und trank ein wenig. Das Hörnchen sah sich dann um und rief plötzlich entzückt: „Das ist ja der Grazer Stadtpark, hier bin ich ja vor langer, langer Zeit aufgebrochen!“ Und plötzlich erkannte Eich, dass es ihm hier eigentlich am besten gefiel und vor lauter Freude darüber aß er einfach seine Nuss bis auf den letzten Krümel auf. Dann dachte sich Eich: „Wieso hatte ich eigentlich die ganz Zeit Angst um meine Nuss? Ich lief, schwamm und flog um die ganze Welt, traf unzählige Menschen und Tiere, und doch dachte ich immerzu nur an meine Nuss. Dabei ist sie doch nur gut, wenn man sie isst“, lächelte der Nager und hielt friedlich unter der Nachmittagssonne ein Nickerchen…

Voriges Abenteuer

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Wandelbar

Wiener Wiedersehen: keine halben Sachen

Wiener Wiedersehen: keine halbe Sache

Meistens höre ich, dass sich nichts getan habe in der Heimat seit ich aufgebrochen bin. Aber stimmt das? Kann es sein, dass sich so wirklich gar nichts tut in Europa, während der Rest der Welt im steten Wandel lebt? Nun, das dürfte ganz im Auge des Betrachters liegen. Katrin und Rober sah ich vor meiner Reise das letzte Mal in St. Nikolai im Sausal, nach meiner Rückkehr waren sie die ersten vertrauten Gesichter, die mich am alten Kontinent empfingen. Vetter und Base, in Dortmund, sind gerade am siedeln und noch jemand hat eine große Änderung hinter sich: Diana, aus Bogota. Mit ihr übte ich in Kolumbien Deutsch, ehe sie als Au-pair zuerst nach Düsseldorf ging und mittlerweile in Köln lebt. Weiterlesen

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Wort zum Wahlsonntag

Der Wahlkampf zur Nationalratswahl 2013 biegt auf die Zielgerade ein und obwohl ich auf der anderen Seite der Erde hocke, blieb mir nur wenig vom Stimmenbuhlen in der Heimat verborgen. Und wieder einmal stelle ich fest, dass ich zu hohe Ansprüche an die Damen und Herren Politiker stelle, aber irgendwann resigniert man dann doch und tröstet sich mit dem Kalauer „Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient“. Wenn es so simpel wäre. Unüberraschenderweise fiel mir die FPÖ wieder als unwählbarste Partei auf, deren Xenophobie schmerzt mich sogar noch auf der Rückseite des Planeten. Zeit, eine indirekte Wahlempfehlung durch den Äther zu jagen: Weiterlesen

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The map is not the territory

In den Alpen

Der erste Tag sollte ganz alleine mir gehören. Keine Notizen, keine Gespräche, einfach nur gehen. Um 14:45 erreichte ich mit dem Zug St. Michael in der Obersteiermark. Sollte ich in einem Gasthaus absteigen, die „Lage noch einmal peilen“ und erst am nächsten Tag los marschieren? Nein, einfach drauf los zu gehen schien mir am sinnvollsten zu sein, wozu auch warten? Trotz mehr als 20 kg Gepäck ging es zu Beginn halbwegs zügig dahin, in Kammern brach dann die Dunkelheit herein. In einem kleinen Wald abseits der Straße baute ich mein Zelt auf. Obwohl die Sonne bereits komplett verschwunden war und der Mond als Sichel nur ein sehr schwaches Licht warf, wurde ich nur schwer schläfrig. Es passierte, was ich schon den ganzen Tag über befürchtet hatte. Hier, mitten im Wald, ohne Elektrizität und Ansprache, drehte sich die Welle der Reize um. Kein Radio, kein TV, kein Computerspiel, kein Handy, keine Reklame… Nichts drang mehr in meinen Kopf hinein. Der Wind pfiff beruhigend über die Zeltplane, das Laub raschelte aufgeregt am Waldboden, später gesellten sich noch trommelnde Wassertropfen und klatschender Schneematsch dazu. Eigentlich eine herrliche Kulisse um schlagartig in den Schlaf zu fallen. Aber das Zivilisationsgift musste jetzt raus aus meinem Kopf. Weiterlesen

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Testlauf

Mein Haus, das ZeltSeine Ausrüstung sollte man kennen und auch im Schlaf bedienen können. Was lag also näher, als sich eine Nacht mit dem Zelt in einem Garten breit zu machen? Gesagt getan, die letzte Nacht verbrachte ich im „Andritzer Dschungel“ (dem Garten meines Vaters), eingepfercht zwischen zahlreichen Maulwurfshügeln. Zuerst jedoch wollte ich alles einmal so packen, wie ich es dann auf meiner Reise zu tun pflege. Es endete mit einem Schweiß- und Wutausbruch, als ich versuchte meinen Schlafsack in den Kompressionsbeutel zu zwängen. Wieso macht man diese Beutel nicht ein klein wenig größer, über die Gurte kann man sie sowieso wieder verkleinern. Aber nein, es muss ja immer zu einem Geduldsspiel ausarten. Natürlich gibt es genau eine Art, wie man den Schlafsack einrollen muss und selbstverständlich war das die letzte Möglichkeit auf die ich kam. :) Weiterlesen

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Was kostet mich der Spaß eigentlich?

RechnungenAus Monaten wurden Wochen, aus Wochen wurden Tage, die Zeit verrinnt immer mehr und bald geht es endlich los – Es ist Zeit für eine erste Bilanz: Was kostet mich der Spaß eigentlich so? In den letzten Monaten habe ich doch einiges in die Reisevorbereitungen investiert und es kam einiges an Gütern dazu. Es musste Ausrüstung herangeschafft werden, warme, dicke, kuschelige Ausrüstung, schließlich beginnt die Reise noch in diesem Monat, dem kältesten, und sie wird mich nach Norden führen.

Es braucht also ein Zelt, einen Schlafsack, eine Isomatte und dicke, warme Kleidung, von der Unterwäsche angefangen, über die Jacke bis hin zu einer vernünftigen Haube…

Weiters kommt noch eine einjährige, weltweite Reiseversicherung dazu, ein Eingeständnis gegenüber meiner Mutter, damit sich ihre Sorgen wenigstens kurz vor der Extreme einbremsen lassen. Nicht ganz billig waren auch die Reiseimpfungen. Ich erinnere mich noch an das erste Gespräch am Hygieneinstitut: „Ich brauche ein paar Reiseimpfungen.“ „Wofür?“ „Für eine Weltreise.“ „Ja schon, aber welcher Kontinent?“. „Äh… vielleicht alle?“… Weiterlesen

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