Kalter Krieg im heißen Kuba

IMG_4130_v1Am Anfang lief alles glatt. Das tut es immer bei diesen Geschichten die dann eine scharfe Wende nehmen. Meine Reise nach Kuba führte mich zuerst in die kubanische Botschaft in Buenos Aires. Keine Sicherheitsschleuse, keine Waffen, einfach rein, Visum beantragt und fünf Minuten später wieder raus marschiert. Das war einfach. Als nächstes ging es von Montevideo aus über Lima, Bogota und zwei verschiedene Tage nach Havanna. Eigentlich schon eine prädestinierte Sache um etwas schief gehen zu lassen. Aber alles war bestens. Ich habe keinen Flug verpasst, musste nie zum Boarding hetzen oder mich mit einem verlorenen Gepäck ärgern – letzteres schaffte es zu meiner Überraschung pünktlich, unbeschadet und ohne mich den ganzen Weg bis nach Kuba. Weiterlesen

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100.000 und der Reichtum

Nächster Halt: Kuba

Nächster Halt: Kuba

Die 100.000 Kilometer sind geknackt! Um genau zu sein waren es 101.279 Kilometer auf der Hauptroute, als ich in Lima aus dem Flugzeug stieg. Das entspricht zweieinhalb Mal dem Erdäquator. Da wurde mir klar, wie weit und lange ich eigentlich schon unterwegs bin. Und auf meinem Flug nach Havanna wurde mir auch bewusst, wie reich ich eigentlich bin. Meine Anreise auf die Karibikinsel führte mich über Lima und Bogota mit jeweils mehreren Stunden Aufenthalt. Als ich das erste Mal Ende Oktober auf diesen Kontinent kam, da kannte ich noch niemanden und war mutterseelenallein. Weiterlesen

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Eich das Hörnchen #046

Eich wird es zu bunt

Eich wird es zu bunt

#046: Nach dem Affenzirkus traf Eich tief im Urwald auf einen bunten Vogel. Der saß schweigend da und beachtete Eich kaum. Da setzte sich das Hörnchen neben ihn und erzählte ihm was gerade vorgefallen war. Als Eich sagte: „Und dann wollten die Äffchen doch tatsächlich an meine Nuss…“, da drehte sich der Papagei plötzlich zu Eich, krächzte „Nuuuss“ and schnappte nach dem Pelzigen. „Also im Dschungel ist es mir zu bunt“, rief Eich und lief auf und davon und weit, weit in den Süden, in die Berge…

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Eich das Hörnchen #045

Jeder will die Nuss

Jeder will die Nuss

#045: Eich marschierte sehr lange und eines Tages kam er im dichten Dschungel an. „Oh, niedliche kleine, pelzige Menschen wohnen hier“, dachte sich der Nager, doch als er näher kam, da sah er, dass es sich um Äffchen handelte. Die waren ganz aufgeregt, vermutlich weil sie noch nie zuvor einen Nager wie Eich gesehen haben. Die Äffchen waren sehr neugierig und liefen heran. Als sie Eichs Nuss sahen, da wollten sie sie gleich aus seinen Pfoten reißen. „Nein, husch! Geht weg! Das ist mein Nuss“, versuchte Eich den Äffchen klar zu machen, aber die kreischten und grapschten wie wild. Da ließ Eich es bleiben und rannte tiefer in den Urwald…

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Mittelmaß

IMG_9427Schon um 08:30 bekomme ich erste Schweißausbrüche. Zu Mittag erreiche ich dann sogar in der Hängematte im Schatten baumelnd meine Belastbarkeitsgrenze. In langen Hosen und mit langen Ärmeln, der Sonne und den Moskitos geschuldet, hechle ich meiner Schmelzung entgegen. Eigentlich wollte ich Hemd und Hose aus purem Leinen kaufen, doch zu meiner Enttäuschung fand sich nichts dergleichen am Markt in Leticia. Mit Kunstfasergemisch am Körper kämpfe ich also gegen den Hitzschlag an. Am wohlsten fühle ich mich in mittleren Höhen und mittleren Breiten, dafür wurde ich gebaut. Den Amazonas zu sehen ist toll, aber hier zu leben für mich unmöglich. Alles ist hier voller Leben, doch manches davon bis an die Zähne (wörtlich!) mit Gift bewaffnet. Weiterlesen

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Latitüde: Süd

Raus aus den Bergen, rein in den Dschungel und die Hitze traf mich wie ein Hammerschlag. Dieser Flug brachte mich, nach der pazifischen Datumsgrenze, über eine weitere, diesmal bei weitem nicht so fiktionale Linie: den Äquator. Zum ersten Mal in diesem Leben bin ich also auf der Südhalbkugel gelandet, im Dreiländereck Kolumbien, Peru und Brasilien. Und schmunzelnd muss ich daran denken, wie Lisa Simpson ihrem Vater Homer erklärt, dass hier die Jahreszeiten vertauscht sind, Winter also Sommer und umgekehrt ist, und Homer erstaunt fragt: „Also fällt dann dort warmer Schnee nach oben?“ Schnee konnte ich noch keinen sehen, es wird in absehbarer Zeit auch keiner fallen, aber ob sich das Wasser in den Ausgüssen links oder rechts herum dreht, das muss ich gleich einmal nachprüfen… Weiterlesen

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Virtuelle Räume

wallpaper_coAm Ende ging dann alles schnell. Ein paar Tage nach Barichara, eine Nacht in Suesca campen, mich von allen Freunden verabschieden; von Johanna und ihrer Familie, Claudia, Diana, Roberto… und ich stelle fest, wie schwer es mir fällt, Bogota zu verlassen. Ursprünglich waren zwei Wochen geplant, nun sind es fast drei Monate geworden. Ich bin sehr froh, dass ich mir und dieser Stadt eine zweite Chance gegeben habe, aber dafür schmerzt der Abschied nun doppelt. Ob das mit meinem Wandel der letzten Monate zu tun hat? Weiterlesen

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Feldstudie #2

Gibt es eigentlich noch „Bäuerin sucht Mann“ auf ATV? Gab es das eigentlich jemals, oder nur die andersrum Variante? Wie dem auch sei, nach meiner „Silvesterflucht“ verschlug es mich volley auf eine Farm nahe Zipaquira – ein paar Tage „wwoofing“ (Arbeit am Bauernhof für Kost und Logis) waren wieder angesagt. Auch diesmal kam ich voll auf meine Kosten, arbeitete hart (für meine Verhältnisse), lernte wieder einiges dazu und täglich stibitzte ich köstlichste Schwarzbeeren, Uchuvas (so der Name in der Sprache der Ureinwohner Kolumbiens, den Muiscas. Bei uns ist die kleine, gelbe Kugel besser als „Lampionsfrucht“ bekannt) und andere mir bisher unbekannte Köstlichkeiten.
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Ausgetretene Pfade

IMG_8976Der letzte Gipfelsturm, der Mauna Loa auf Hawaii, verlief ja leider nicht wie geplant und scheiterte schlussendlich an zu dünner Luft. Deshalb habe ich mir für meine Neujahrswanderung einen überschaubareren Gipfel ausgesucht. Meine „Silversterflucht“ verschlug mich nach Fuquene, etwa zwei Autostunden nördlich von Bogota, wo Claudias Familie eine entzückend malerische Finca besitzt. Das ganze lässt sich als Äquivalent zu einer österreichischen Berghütte verstehen, nur ohne Schnee. Oh, da fällt mir eine Geschichte dazu ein.
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